11/2021

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Getreide 17.03.2021: Die US-Weizenkontrakte weisen am Dienstag gemischte Vorzeichen auf. An der Chicago Board of Trade (CBoT) gewinnt der Frontmonat Mai um 2,00 auf 647,00 US-Cent/bushel (umgerechnet 200,13 €/t). Im frühen Handel gaben die Kurse zunächst einheitlich kräftig nach. Der CBoT-Weizen markierte dabei kurzzeitig ein weiteres Monatstief. Der Kursrutsch war die verzögerte Reaktion auf den NASS-Report des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) vom Montagabend, in dem die Winterweizenbestände in den US-Bundesstaaten Kansas und Oklahoma besser bewertet wurden als noch in der Vorwoche.

Verstärkt wurde der Verkaufsdruck durch Gerüchte, dass Russland eine vorzeitige Aufhebung seiner gegenwärtigen Exportbeschränkungen sowie -steuern auf Weizen plant. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür jedoch bislang nicht. Die Befürchtungen sind nun, dass Russland die Steuer lockert und somit der Weizen aus dem Schwarzmeer wieder deutlich attraktiver wird gegenüber europäischem Weizen für die Aufkäufer. 

Die Getreidebestände in Deutschland stehen aktuell gut da. Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) beziffert daher die Getreideernte 2021 in seiner ersten Schätzung mit 43,5 Mio.t, ein marginaler Anstieg im Vergleich zur Vorjahreserzeugung von 43.3 Mio.t. Landwirte hierzulande sollen zur neuen Ernte knapp 22 (Vorjahr: 21,7) Mio. t Winterweizen dreschen. Die Erzeugung von Wintergerste beziffert der DRV mit 9,1 (8,8) Mio.t, die Roggenernte nahezu unverändert zum Vorjahr mit knapp 3,6 Mio. t. Die Rapsproduktion 2021 soll stabil zu 2020 voraussichtlich 3,5 Mio. t erreichen.

„Selbst Tiefsttemperaturen von mehr als 20 Grad Minus haben keine nennenswerten Schäden hinterlassen“, sagt Guido Seedler, der Getreidemarktexperte des DRV. Während der Kälteperiode sei Deutschland nahezu flächendeckend mit einer Schneeschicht überzogen gewesen, die eine isolierende Wirkung hatte. Sie verhinderte laut DRV, dass Kälte aus der Luft an die Pflanzen gelangte. Frostschäden können allerdings weiterhin auftreten: „Wenn das Pflanzenwachstum im Frühjahr einsetzt, können bei stärkeren Nachtfrösten noch erhebliche Schäden auftreten. So wurden im vergangenen Mai durch starke Fröste in verschiedenen Regionen die Ährenansätze von Gerste und teilweise auch Weizen massiv geschädigt“. 

Die Monitoring-Behörde der EU für Agrargüter (MARS) erhöhte in einer vorläufigen Prognose die Aussichten für die Flächenerträge im Jahr 2021. Demnach rechnet sie für Weizen mit einem durchschnittlichen Ertrag von 5,89 t/ha. In der Vorsaison lag der Wert noch bei 5,70 t/ha. Im Jahr 2020 fiel die Weizenproduktion aufgrund der anhaltenden Trockenheit in vielen EU-Staaten auf ein Achtjahrestief. In Paris geben die Weizenkontrakte am Dienstag leicht nach. Der Mai notiert an der Euronext 1,00 €/t im Minus bei 222,00 €/t.

Euro: Dem Euro macht auch am Dienstag die gegenwärtige Stärke des US-Dollar zu schaffen. Im späten Handel in Frankfurt notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1902 US-$.

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