24/2020

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Getreide 10.06.2020: Am Dienstag haben die Winterweizen-Notierungen an den US-Märkten erneut nachgegeben. An der Börse in Chicago verlor der Juli-Kontrakt 7 Cent auf 504,5 Cent/bushel. Das US-Agrarministerium bewertete den Zustand des Winterweizens mit 51 Prozent exzellent, leicht über den Erwartungen der Analysten. Die Winterweizen-Ernte ist aktuell auf 7 Prozent der Flächen eingefahren.

Prognose: Bei den Meldungen ist für jeden etwas dabei. Fakt ist in Europa kommt durch geringere Anbauflächen und sicherlich geringere HA-Erträge eine kleinere Ernte zusammen. Aber wenn der Rest der Welt normal erntet, haben wir weiterhin eine komfortable Versorgungssituation.

Der Optimist sagt es ist trocken und die Preise steigen. Die Pessimisten verkaufen heute alles. Der Realist sieht die relativ guten Preise und schließt Teilmengen ab. Weizen 170 €, Gerste 150 €. Der Rest ist Glaskugel!

Nach und nach werden immer neue Prognosen für die kommende Ernte veröffentlicht und dabei gibt es durchaus verschiedene Einschätzungen der Analysten. Doch je näher der Erntezeitpunkt rückt, umso mehr verdichten sich die Ergebnisse. Gestern gab der Internationale Getreiderat seine neuen Prognosen bekannt. Demnach steigt die globale Getreideproduktion 20/21 auf 2,23 Mrd. t nach 2,17 Mrd. t im Vorjahr. Die weltweite Weizenproduktion soll sich dabei auf 766 Mio. t erhöhen, bleibt damit aber noch 2 Mio. t unter den Schätzungen des US-Agrarministeriums. Für Europa senkte die EU-Kommission die Vormonatsprognosen um 4,3 Mio. t auf 121,5 Mio. t. Damit reduzierte sich auch die erwartete Exportmenge auf 26,5 Mio. t.

Unsicher scheinen noch die Prognosen bezüglich der russischen Ernteerwartungen. Während die Analysten von IKAR aufgrund der Trockenschäden im Süden kürzlich noch eine Senkung auf 75,6 Mio. t in Aussicht stellte, gab das Analysehaus Sovecon weitaus optimistischere Zahlen bekannt. Nach den Niederschlägen der vergangenen Tage hat sich der Zustand der Bestände im Süden des Landes verbessert und die Ernteprognose beläuft sich nun nach Meinung der Experten auf 81,2 Mio. t. Das USDA ging zuletzt von 77 Mio. t aus.

An der Börse in Paris verlor der meistgehandelte Septemberweizen 1,50 € auf 184,50 €/t. Der europäische Branchenverband COCERAL hat seine Prognose für die Weichweizenproduktion in der EU um 5,7 Mio. t nach unten revidiert auf nunmehr 129,7 Mio. t. Grund dafür sind Ertragsrückgänge als Folge von Trockenheit in Frankreich, Deutschland und Dänemark.

Australien dagegen rechnet nun mit einer deutlichen Produktionssteigerung von 25 Prozent. Das staatliche Agrarinstitut ABARES hat seine Prognose für 2020 vom März um 5,4 Mio. t aufgestockt auf nunmehr 26,7 Mio. t. Regenfälle hätten die Bedingungen für Weizen im Osten und Süden des Landes deutlich verbessert.

Ägyptens staatlicher Getreideeinkäufer GASC hat weitere Weizenkäufe mit Liefertermin zwischen 12. und 22. Juli ausgeschrieben. Frankreichs hat seine offizielle Prognose für die Wintergerste um 11,7 Prozent auf 8,17 Mio. t. gesenkt. Grund sind wetterbedingter Ertragsrückgänge und eine um 200.000 ha rückläufige Anbaufläche.

Euro: Der Euro ist am Dienstag erneut kräftig gestiegen und erreichte die Marke von 1,1358 US-$/€. In der ersten Tageshälfte geriet die Gemeinschaftswährung etwas unter Druck wegen mauer Exportzahlen in Deutschland. Im späteren Verlauf ging es jedoch wieder nach oben. Zuletzt notierte der Euro bei 1,1345 US-$/€.

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