25/2020

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Getreide 17. Juni 2020: Am Dienstag mussten die US-Weizenkontrakte einen Dämpfer hinnehmen. An der CBoT in Chicago gab der Frontmonat Juli um 8,75 Cent auf 496,00 Cent/bushel (161,56 €/t) nach. Dies war der stärkste Tagesverlust bei den Weizenkontrakten seit gut einem Monat. Ausschlaggebend dafür war laut Marktbeobachtern der wöchentliche Nass-Bericht vom Montag zum Erntefortschritt. Demnach wurde bislang bereits 15 Prozent die Winterweizenernte eingebracht. Vor allem in Texas ist die Ernte deutlich schneller als in den Vorjahren. Da die Zahlen am Montag erst nach Börsenschluss veröffentlicht wurden, erfolgte die Reaktion der Händler mit einem Tag Verspätung. Dass die Reaktion auf den Erntebericht so stark ausfiel, ist auf den Wasde-Bericht der Vorwoche zurückzuführen, der einen Rekordwert für die globalen Endbestände vorhergesagt hat. Einem Bericht des Branchendienstes UkrAgroConsult zufolge entwickelten sich die Winter- und Frühjahrsgetreide in der Ukraine zuletzt ausgesprochen gut. Die ergiebigen Niederschläge im Mai und Anfang Juni wirkten in Kombination mit dem seither vorherrschenden warmen und trockenen Wetter als Entwicklungskatalysator. So wurde zwischen dem 1. und 10. Juni ein besonders starkes Pflanzenwachstum verzeichnet. Jedoch wird die Trockenheit besonders in den südlichen Anbaugebieten allmählich zur Gefahr für die weitere Bestandsentwicklung. 

In der EU belaufen sich die Weizenexporte des laufenden Geschäftsjahres inzwischen auf 33,06 Mio. t. Dies ist ein Plus von 65 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die USDA-Prognose, die bis zum 1. Juli reicht, geht von Ausfuhren in Höhe von 36,5 Mio. t aus. Unterdessen hat die EU ihre Ertragsprognose für Weichweizen in der kommenden Saison gesenkt. Damit deckt sich der Wert nun mit den jüngsten USDA-Aussichten für die europäische Staatengemeinschaft.

Prognose: Bei den Meldungen ist für jeden etwas dabei. Fakt ist in Europa kommt durch geringere Anbauflächen und sicherlich geringere HA-Erträge eine kleinere Ernte zusammen. Aber wenn der Rest der Welt normal erntet, haben wir weiterhin eine komfortable Versorgungssituation.

Der Optimist sagt es ist trocken und die Preise steigen. Die Pessimisten verkaufen heute alles. Der Realist sieht die relativ guten Preise und schließt Teilmengen ab. Weizen 165 €, Gerste 150 €. Der Rest ist Glaskugel!

Euro: Der Euro verlor am Dienstag wieder etwas an Boden gegenüber dem Dollar. Zum Handelsende in Frankfurt stand er bei 1,1262 US-$.

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