28/2022

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Getreide 13.07.2022: Die Erholung der Weizen-Notierungen Ende der vergangenen Woche währte nur kurz, denn schon am Dienstag sind die Kontrakte an den US-Börsen wieder deutlich gesunken. Der meistgehandelte September-Termin verlor 42,25  auf 814,25 US-Cent/bushel (298,11 €/t).
Die Preise gerieten unter Druck, nachdem das US-Agrarministerium USDA in seinem jüngsten Wasde-Bericht seine Schätzung für die US-Weizenernte um 1,2 auf 48,47 Mio. t erhöht hat. Grund für diese Anpassung waren eine etwas größeres Areal und höhere Ertragserwartungen als im vergangenen Bericht vor einem Monat. Ein Teil dieser zusätzlichen Menge werde nach Ansicht der US-Regierungsexperten für den Export bereitstehen. Die Ausfuhren sollen nach Ansicht der USDA-Experten im Wirtschaftsjahr 2022/23 rund 21,7 Mio. t erreichen oder 0,68 Mio. t mehr als in der Juni-Schätzung.

In Europa haben wir weiterhin die anhaltende Trockenheit vor allem in Südeuropa und Deutschland. Die Produktionsschätzung für Weizen in der Ukraine wurde aufgrund von einer Reduktion der geernteten Fläche ebenfalls um 2 Mio. to. gesenkt und liegt aktuell bei 19.5 Mio. to. Dagegen stehen die USA und Kanada mit einem Anstieg der Produktion von je ca. 1 Mio. to. – die aktuelle Produktionsschätzung für die USA liegt bei 48.5 Mio. to. und für Kanada bei 34 Mio. to. - aufgrund eines Anstieges der Anbaufläche und teilweise höheren Erträgen.

Zusammengefasst: weniger Angebot, reduzierter Konsum, höhere Exporte und ein Anstieg der Endbestände werden aktuell erwartet.

Ein weiterer Faktor, der die Notierungen ins Minus zog, ist die Hoffnung auf eine Einigung zwischen Ankara, Kiew und Moskau auf Routen für ukrainische Getreideexporte im Schwarzen Meer. Delegationen dieser Länder treffen sich diese Woche in der Türkei zu Gesprächen. Unterdessen konnte die Ukraine zuletzt mehr Weizen über den Hafen an der Donau exportieren, der nicht von der russischen Blockade betroffen ist.

Auch an der Euronext in Paris ging es für den Weizen am Dienstag nach unten. Der Frontmonat September verlor 10,75 auf 341,75 €/t.

Mais: Heftige Verluste verzeichneten auch die Mais-Notierungen. Der meistgehandelte Dezember-Termin an der CBoT beendete den Tag 42,5 US-Cent/bushel im Minus bei 586,5 US-Cent/bushel (230,07 €/t).

Das USDA hat in seinem jüngsten Wasde-Bericht nur geringfügige Anpassungen der Mais-Bilanz vorgenommen. Während die Schätzung der weltweiten Produktion, ebenso wie des Verbrauchs, leicht gesenkt wurden, wurde die Ernte-Prognose für die USA um 1,14 Mio. t angehoben. Ein Großteil  davon dürfte nach Ansicht der Regierungsexperten jedoch vor allem die Bestände am Ende des Jahres füllen. Die Schätzung der US-Exporte wurde nicht verändert.

Euro: Der Euro ist am Dienstag erstmal seit gut zwei Jahrzehnten auf das Paritätsniveau zum US-Dollar gesunken, und notierte zwischenzeitlich gleichauf mit der US-Währung. Am Nachmittag erholte sich die Gemeinschaftswährung leicht und notierte im Tageshoch bei 1,007 US-$. Im frühen Handel am Mittwoch rutschte der Euro wieder minimal nach unten auf 1,003 US-$. Derzeit fehle es nach Ansicht von Analysten an Impulsen, die den Euro stärken könnten, während die Sorge vor einer Energie- und Wirtschaftskrise in der EU den Euro weniger attraktiv erscheinen lässt. 

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