35/2021

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Getreide 01.09.2021Große US-Agrarkonzerne wie Archer-Daniels-Midland, Cargill Inc., Bunge und CHS Inc. können seit dem Wochenende wegen des Hurrikans ihre Getreideterminals an den Häfen entlang des Mississippi nicht mehr nutzen. Derzeit ist ungewiss, wie lange die Stromausfälle anhalten und wie groß die Schäden an Exportanlagen tatsächlich sind. An der Chicagoer Börse (CBoT) breiten sich Bedenken aus, wie lange die Lieferunterbrechungen andauern werden. An der US-Golfküste finden rund 60 Prozent der US-Exporte statt, darunter auch Getreide und Ölsaaten. Die Unternehmen prüfen Umleitungen der Schiffe aus dem Golf von Mexiko. Insgesamt dürfte es bei der Exportnachfrage keine Verluste angesichts des aktuellen Shutdowns geben, beschwichtigen Händler.

Dennoch kam es am Dienstag zu einer Umkehr. Denn angesichts der stark gestiegenen Kurse in den vergangenen Wochen, wollen Marktbeobachter eine gewisse rückläufige Tendenz bei der Nachfrage nach Agrarprodukten nicht ausschließen. An CBoT schließt am Dienstag der Weizen für den Frontmonat September um 2,00 US-Cent/bushel im Minus bei 706,75 US-Cent/bushel (220,07 €/t). Damit steht der Weizen wieder auf dem Niveau von Anfang August.

Für den europäischen Weizen ging es gestern rückwärts. Die Bedenken um die globale Versorgung mit Weizen lösen sich langsam auf und die Kurse passen sich den neuen Gegebenheiten einfach an. Der Wettbewerb im Exportgeschäft ist enorm hoch und macht sich an den Notierungen der Matif bemerkbar. Weiterhin ist europäischer Weizen, im Vergleich zu der Konkurrenz aus dem Schwarzmeer, aber noch zu teuer. Ägypten und der Iran haben beide Weizen von unseren Wettbewerbern diese Woche gekauft. Hoffnung hat man, dass sich Algerien für europäische Ware entscheiden wird. Für heute wird dazu eine Entscheidung erwartet. Favoriten sind Deutschland, das Baltikum und Frankreich. Wie bekannt wurde, ist Algerien bereit, geringere Hektolitergewichte von 76 kg zu akzeptieren. Normalerweise werden Gewichte zwischen 77-78 kg gehandelt. Darin sieht man ein Entgegenkommen für französischen Weizen, der unter schwachen Hektolitergewichten leidet. Allerdings will Algerien für die schwächeren Gewichte einen preislichen Abschlag haben. Am Dienstag hat das Analystenhaus SovEcon seine Schätzung zur russischen Ernte von 76,2 Mio t auf 75,4 Mio t nochmals reduziert.

Auch der Deutsche Bauernverband (DBV) rechnet mit einer nur unterdurchschnittlichen Getreideernte. Bei der heutigen Erntepressekonferenz bezifferte DBV-Präsident Joachim Rukwied die zu erwartende Gesamtmenge auf 42,4 Mio. t; das wären rund 1 Mio. t weniger als im Vorjahr, während das Mittel der Jahre 2015 bis 2020 um 4,7 % unterschritten würde. Mit seiner Erwartung bleibt der Bauernverband leicht über der amtlichen Ernteschätzung von insgesamt rund 42,09 Mio. t.

"Wir sind zunächst zuversichtlich in die Ernte gestartet, aber die ersten Druschergebnisse enttäuschten. Dies hat sich bestätigt", stellte Rukwied fest. Die Ernte sei durch wiederkehrende Niederschläge ständig unterbrochen worden und damit zu einer Zitterpartie geworden. Die enttäuschenden Ergebnisse bei der Getreideernte sind laut Darstellung des Bauernpräsidenten insbesondere auf das schlechte Wetter während der Kornausbildungsphase zurückzuführen. Dies habe zu unterdurchschnittlichen Erträgen in vielen Kulturen geführt.

Auch in diesem Jahr hätten zahlreiche Hagel- und Starkregenereignisse wieder gezeigt, dass die Landwirte die Auswirkungen des Klimawandels direkt zu spüren bekämen, beklagte Rukwied. Hinzu kämen enorm gestiegene Kosten bei den Betriebsmitteln, die die Landwirte wirtschaftlich belasteten. Einzig erfreulich ist laut Rukwied, dass die Getreidepreise stark gestiegen seien. Allerdings könnten viele Bauern davon nicht voll profitieren, da sie bereits vorab Teile ihrer Ernte kontrahiert hätten, und das zu den damals niedrigeren Preisen.

Nach Angaben des DBV ist bei Winterweizen eine Erntemenge von 21,1 Mio. t zu erwarten; im Vergleich zu 2020 wäre das ein Minus von 600 000 t oder 2,8 %. Im Bundesdurchschnitt wurde ein Weizenertrag von 73 dt/ha erzielt, womit der Vorjahreswert von 78 dt/ha unterboten wurde. An Wintergerste wurden etwa 9,1 Mio. t von Halm geholt, was gegenüber 2020 einer Steigerung von 325 000 t oder 3,7 % entspricht. Der Durchschnittsertrag lag hier bei 73 dt/ha, nach 67 dt/ha im vergangenen Jahr. In etwa auf Vorjahresniveau bewegt sich mit 3,5 Mio. t das Aufkommen an Winterroggen, dies bei einem mittleren Ertrag von 57 dt/ha. Die Winterrapsernte veranschlagt der DBV mit 3,4 Mio. t um gut 100 000 t niedriger als die amtliche Schätzung.

Der französische Weizen fand im Ägypten Tender keine Berücksichtigung. Wieder waren Rumänien und die Ukraine günstiger. Selbst russischer Weizen wurde zu teuer offeriert. Allerdings gibt es heute eine neue Chance. Algerien ist auf der Suche nach Weizen und die Ergebnisse werden für heute erwartet. Die kanadische Weizenernte 2021 wird wohl die schlechteste Ernte seit 14 Jahren. StatsCan veröffentlichte gestern seine Schätzung zur Ernte. Man erwartet eine Produktion von 22,9 Mio. t. Damit liegt man 35% unter der Vorjahresernte. Allerdings beruht diese Vorhersage auf Satellitenbildern und klimatischen Modellen. Das nächste Update zur Schätzung wird am 14. Sept erwartet.

 Euro: Den höchsten Stand seit Anfang August markiert Europas Gemeinschaftswährung am Dienstagnachmittag mit 1,1845 US-$

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