36/2021

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Getreide 08.09.2021: Nach dem verlängerten Wochenende in den USA sind die Weizennotierungen zunächst mit Gewinnen in die neue Handelswoche gestartet, konnten sich jedoch nicht im grünen Bereich halten und rutschten zum Börsenschluss in die Verlustzone. Der meistgehandelte Dezember-Termin an der Chicago Board of Trade (CBoT) landete am Dienstag 6,5 US-Cent/bushel im Minus bei 719,75 US-Cent/bushel (223,38 €/t).

In der ersten Tageshälfte wurden die Notierungen von einem Exportverkauf im Umfang von 327.000 t US-Weizen nach Nigeria gestützt. Im späteren Handelsverlauf wurde der Weizen allerdings von Abschlägen beim Mais und im Sojahandel mit in die Tiefe gezogen.

Die Sommerweizenernte in den USA ist auf 95 Prozent der Flächen beendet. Die Winteraussaat erreicht zur gleichen Zeit 5 Prozent des angepeilten Areals und ist damit zwei Prozentpunkte weiter als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre. In der Ukraine hat ebenfalls die Aussaat von Winterweizen begonnen. Der Fortschritt der Arbeiten liegt derzeit noch bei 1 Prozent.

Ägyptens staatlicher Getreideeinkäufer GASC ist mit einem Tender am Weltmarkt aktiv. Die Ergebnisse werden am heutigen Mittwoch erwartet.

In dieser Woche steht der neue WASDE Bericht vom USDA ganz im Blickfeld der Handelsteilnehmer. Dieser Bericht wird am Freitag veröffentlicht. Vorher gab es schon einmal einen kleinen Indikator, was für die globale Weizenschätzung passieren könnte. Das australische Landwirtschaftsministerium hat seine neue Ernteschätzungen für Australien veröffentlicht. Das Getreide dort wird im November/Dezember geerntet. Durch die sehr

guten Wachstumsbedingungen bisher und den sehr guten Wetterausblick für September und Oktober (La Nina) wurden die Schätzungen stark erhöht. Die Weizenproduktion soll jetzt mit knapp 33 Mio. t das Vorjahresniveau erreichen, die Gerstenerzeugung ebenso mit knapp 13 Mio. t. dann stünde dem Getreidemarkt wie im Vorjahr sehr viel Weizen und Gerste für den Export zur Verfügung. Darauf können sich viele Importländer freuen, die sich überwiegend nur aus Europa mit Weizen bedienten. Doch wie immer: Bis zur Ernte in Australien ist ja noch ein weiter Weg zu gehen. Vorher werden wir schon wissen, wie groß die US maisernte wird. Und da wird der USDA Bericht am Freitag ein besseres Bild zeichnen als noch im August (neue Flächenschätzung, neue Ertragsschätzung?).

In Frankreich schlägt man nun einen neuen Weg ein. Um, trotz schwacher Qualitäten, im globalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, versucht man, über niedrigere Preise verloren Boden wieder zurückzugewinnen. Gerade im Hinblick auf den Nachbarn aus Deutschland hat man Geschäft verloren. Vor allem auf die afrikanischen Destinationen versucht man alte Kundschaft wieder zu gewinnen.

Euro: Der Euro hat am Dienstag gegenüber dem US-Dollar etwas nachgegeben und notierte am Abend 0,25 US-Cent im Minus bei einem Niveau von 1,1850 US-$.

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