41/2022

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Getreide 12.10.2022: Wie können die Börsenbewegungen beim Weizen an den vergangenen zwei Tagen beschrieben werden? Wie gewonnen so zerronnen lautete am Dienstag die Devise an den US-Weizenmärkten. Funds in Chicago waren „Short“, es kamen die russischen Raketenangriffe am Montag auf die Ukraine, die Nervosität der Marktteilnehmer schnellt nach oben, möglicherweise wurden „Short Positionen“ an den Börsen abgedeckt. Der Weizenpreis stieg heftig. Am Dienstag waren die offenen Risikopositionen geschlossen, die neuen Raketenangriffe Russlands führte zu keiner neuen Nervosität, der Weizenpreis korrigierte heftig nach unten.

Der Weizenpreis an der Börse steigt und fällt mit den Nachrichten aus der Ukraine und wie die Handelspositionen in dem Moment sind. Daher sollte in den kommenden zwei Wochen wieder verstärkt in Richtung Russland geschaut werden, da die kommenden Schlagzeilen nun wieder die Zukunft des Exportkorridors beinhalten (kommt die Verlängerung ab dem 20.11?).

Vorher kommt aber erst einmal der neue WASDE USDA Bericht: Die Erwartungen der Marktteilnehmer sind wie in den Vormonaten beim Getreide gleich: Maisendbestände weltweit 2022/23 sollen niedriger ausfallen als im Vormonat. Das ist nicht unrealistisch. Doch die Höhe des Rückganges kann die Börsenpreise heute ab 18 Uhr noch einmal kräftig bewegen.

Die globalen Weizenendbestände sollen nach Markterwartung auch niedriger ausfallen als im Vormonat. Diese Umsetzung könnte schon schwieriger werden. Dazu müsste nicht nur die US-Produktion gesenkt werden, sondern auch Russland nicht erhöht, sowie Argentinien stärker reduziert werden. Eine weitere Erhöhung der russischen Ernte ist aber sehr wahrscheinlich.

Und die Sojabohne: Aufbau der globalen Bestände 2022/23 gegenüber Vorschätzung- so die Erwartung: Nur ein starker Rückgang der US-Ernte dürfte das Ziel verfehlen. Die Sojabohnenversorgung bleibt aktuell sehr knapp versorgt. Die US-Exporte laufen nicht wegen Niedrigwasser. Die chinesische Regierung gibt kurzfristig wieder Sojabohnen aus der Reserve frei, um das Inlandsangebot zu erhöhen. So schreibt der physische Sojabohnenmarkt derzeit neue Geschichten, die Börse reagiert nicht darauf. So korrigierte dann auch der Raps nach den hohen Zuwächsen der Vorwochen, auch der kanadische Raps, der zuletzt den stärksten Einfluss auf den EU-Rapspreis hatte, fiel wieder. Im Rapsmarkt bleiben die wichtigsten Einflussfaktoren die Nachfrage Chinas und die Höhe der australischen Ernte. Dort fällt sehr viel Regen im Osten des Landes - wenn diese Wetterlage noch im November während der Ernte anhält, dann steigen die Sorgen vor Ertragsverlusten. Also gilt auch hier wie über die Zukunft des Exportkorridors Ukraine: Beobachten.

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