46/2020

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Getreide 10.11.2020: Kleinere Korrekturen hat das US-Agrarministerium (USDA) im November-Wasde an seiner Erwartung zur weltweiten Weizenproduktion 2020/21 vorgenommen. Sie sinkt im Vergleich zur Oktober-Schätzung um 700.000 t auf 772,4 Mio. t. Grund ist vor allem eine um 1 Mio. t abgesenkte Schätzung für Argentinien, wo das USDA jetzt nur noch mit 18,0 Mio. t Weizen rechnet. Die Erträge dort sollen wegen Trockenheit und Frösten die niedrigsten seit acht Jahren sein. Auch in der EU sind noch geringe Abstriche von 200.000 t vorgenommen worden. Dafür setzt das Ministerium die Schätzung für die russische Weizenernte 2020 noch einmal um 500.000 t nach oben auf 83,5 Mio. t. Das wäre nach 2017/18 die zweitgrößte jemals eingefahrene Ernte in Russland. Alle anderen Erntezahlen sind jedoch unverändert, auch die für Australien, wo der Drusch jetzt bevorsteht.

Noch etwas höher als im Oktober schätzen die USDA-Analysten den Weltweizenhandel 2020/21 wegen der Tendenz der Importländer, die Vorräte aufzustocken. Profitieren wird Russland, das nach Einschätzung des USDA mit 39,5 Mio. t wieder fast so viel exportieren kann wie in den beiden Vorjahren. Auch der EU bescheint das USDA mit 26,0 Mio. t etwas bessere Exportaussichten als im Oktober. Weniger kann jedoch in der Saison 2020/21 Argentinien mit 12,5 Mio. t beisteuern.

China mischt auch den Weizenhandel auf  Bei den großen Importeuren rechnet das USDA mit noch einmal höheren Einfuhren Chinas. Sie könnten beachtliche 8,0 Mio. t erreichen, nach 5,2 bis 5,5 Mio. t in den beiden Vorjahren. China kommt damit in der Weltrangliste hinter Ägypten und Indonesien auf Platz 3 der Importländer. Angesichts der etwas abgesenkten Produktion nehmen auch die globalen Endbestände im Vergleich zur hohen Vormonatsschätzung etwas ab, steigen aber im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Mio. t auf einen neuen Rekordumfang von 320,5 Mio. t.

Mais: Kräftig nach unten schätzt das USDA aber die Maisproduktion 2020/21. Nachdem die US-Maisernte zu etwa 90 Prozent eingefahren ist, bestätigen sich die schwachen Erträge. Die Erzeugung schrumpft im Vergleich zum Vormonat weit mehr als es Analysten erwartet haben. Mit 368,5 Mio. t sind es 5,5 Mio. t weniger als im Oktober geschätzt. Das ist die zweite kräftigere Abstufung in Folge.

Die globale Maiserzeugung 2020/21 sinkt sogar gegenüber der Oktober-Schätzung um 14,2 Mio. t, weil die USDA-Experten auch in der Ukraine kräftig den Rotstift ansetzen. Dort erwartet das USDA nur noch eine Maisernte von 28,5 Mio. t, das sind 8,0 Mio. t weniger als vor einem Monat. Schließlich geht die Erwartung an die EU-Maisernte um 1,9 Mio. t nach unten auf 64,2 Mio. t. Die globale Maisproduktion kann mit 1,14 Mrd. t den Verbrauch nicht decken, die Endbestände 2020/21 schrumpfen auf 291,4 Mio. t.

Besonders ausgeprägt ist der Bestandsabbau in den USA, weil dort trotz der kleineren Maisernte die Exporte deutlich steigen dürften. Großen Absatz versprechen sich die Exporteure in China, wo das USDA den Importbedarf 2020/21 statt bisher auf 7,0 Mio. t jetzt auf 13,0 Mio. t schätzt. Unter den geringeren Exportmöglichkeiten der Ukraine wird indes die EU leiden, die weniger Mais importieren kann. Eine enge Bilanz ist hier absehbar.

Sojabohnen: Die Prognose für die weltweite Sojabohnenernte trübt sich im November ebenfalls ein. Global geht das USDA im Vergleich zum Vormonat um 5,8 Mio. t nach unten auf 362,4 Mio. t. Hauptursache ist die kleinere Ernte in den USA, die nun auf 113,5 Mio. t geschätzt wird. Auch diese Menge unterschreitet deutlich die Erwartung der Börsenanalysten. Die Endbestände in den USA schrumpfen 2020/21 nach der aktuellen Prognose auf minimale 5,2 Mio. t. Abstriche macht das USDA auch an der argentinischen Sojaernte. Sie könnte auf 51,0 Mio. t schrumpfen, nachdem im Oktober noch 53,5 Mio. t erwartet wurden. Unverändert hingegen schätzen die Experten im Ministerium den chinesischen Importbedarf 2020/21 mit 100 Mio. t. Die Menge wäre erstmals 3-stellig. Vor zwei Jahren hatte China „nur“ 82,5 Mio. t am Weltmarkt gekauft.

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