49/2020

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Getreide 02.12.2020: Am Dienstag haben die Weizennotierungen an den internationalen Börsen weiter nachgegeben. Der meistgehandelte Märzkontrakt an der Chicago Board of Trade verlor 7,75 US-Cent auf 577,25 US-Cent/bushel (175,66 €/t). Nach Ansicht von Analysten wirkten die höheren Ernteprognosen aus Australien und die Lockerung der russischen Exportquote vom Montag an den Börsen nach.
Das US-Landwirtschaftsministerium hat in einem Bericht am Montag nach Börsenschluss die Zustandsbewertung beim Winterweizen um 3 Prozentpunkte auf 46 Prozent «gut bis exzellent» angehoben. 92 Prozent der Pflanzen sind aufgelaufen, 1 Prozentpunkt über dem Schnitt der fünf Jahre.

Australien bringt eine üppige Getreide- und Canolaernte ein. Die aktuelle Weizenerzeugung ist sogar doppelt so groß wie im Vorjahr.

Eine sehr günstige Anbausaison bilanziert die australische Agrarbehörde Abares in ihrem Dezember-Report. Dieser zweite offizielle Erntebericht trifft meist recht zuverlässig das Ergebnis der Saison. Die Winterkulturen – dazu zählen Weizen, Gerste und Canola – werden zurzeit gedroschen. Abares berichtet, dass in den meisten wichtigen Anbauregionen in der Kornfüllungsphase im September und Oktober ausreichende Niederschläge gefallen sind. Lediglich im Westen Australiens und in Queensland waren die Bedingungen ungünstiger. Deswegen wird Australien 2020/21 auch nicht die Rekordernte einfahren, die 2016/17 zu verzeichnen war. Dennoch wird das diesjährige Ergebnis das zweitbeste der Geschichte werden.

Weizenerzeugung höher als vom USDA geschätzt

Die australische Weizenerzeugung 2020/21 wird mit jetzt geschätzten 31,2 Mio. t mehr als doppelt so hoch ausfallen wie im von Dürre gezeichneten Vorjahr. Im Vergleich zum Zehnjahresmittel beträgt der Anstieg 31 Prozent. Die Abares-Schätzung übersteigt deutlich die Annahme des US-Agrarministeriums (USDA), das in seinem November-Wasde-Report für Australien eine Weizenernte von 28,5 Mio. t ausgewiesen hatte.

Gerste und Canola ebenfalls überdurchschnittlich

Für die aktuelle Gerstenerzeugung nennt Abares 12,0 Mio. t, das wären 33 Prozent mehr als im Vorjahr und 31 Prozent mehr als im langjährigen Durchschnitt. Die Canola-Erzeugung 2020/21 könnte 3,7 Mio. t erreichen. Hier beträgt der Anstieg zur sehr schwachen Vorjahresernte 59 Prozent. Im Vergleich zum Zehnjahresmittel ist die Canolaernte voraussichtlich 12 Prozent höher. Australien ist ein wichtiges Lieferland von Canola für europäische und auch die deutschen Ölmühlen. Das Land kann zu einem Zeitpunkt exportieren, wenn Raps aus der Ukraine bereits ausverkauft ist.

Bei der ägyptischen Ausschreibung haben sich erneut russische Exporteure mit einem Lieferumfang von 110.000 to durchgesetzt. Weitere 60.000 to kommen aus der Ukraine.

In Kanada wird am Donnerstag der statistische Bericht zur Ernte in diesem Jahr erwartet. Analysten schätzen die diesjährige Weizenproduktion des Landes auf 34,6 Mio.t ein Plus von 455.000 t zur vergangenen Prognose. Japan hat die Lieferung von 67.000 t US-Weizen und von weiteren 60.000 t aus Kanada und Australien ausgeschrieben.

An der Börse in Paris ging es für die Weizenkontrakte ebenfalls abwärts. Der meistgehandelte Märzkontrakt verlor 1,75 € auf 205,25 €/t.

Mais: Auch in Maishandel ging es am Dienstag weiter abwärts. Der Frontmonat März verlor an der Börse in Chicago 5,25 US-Cent auf 420,75 US-Cent/bushel (137,17 €/t). Die Wetteraussichten in Lateinamerika haben sich weiter leicht verbessert, bleiben jedoch unterhalb der Norm. Das Analysehaus StoneX hat seine Maisprognose für Brasilien im Wirtschaftsjahr 20/21 um 1,76 Mio.t auf 109,3 Mio.t angehoben. Für zusätzlichen Preisdruck sorgte die Liquidation von Long-Positionen durch Investmentfonds, die sich zu Beginn des Monats positionieren. An der Börse in Paris landete der führende März-Kontrakt 2,25 € im Minus bei einem Endstand von 190,25 €/t.

Euro: Der Kurs des Euro ist heute über die Schwelle von 1,20 Dollar geklettert und damit auf den höchsten Stand seit Mai 2018. Marktbeobachter sprachen von einer Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen habe. Vor allem an Nachmittag konnte die Gemeinschaftswährung zulegen.

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