50/2020

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Wetterwechsel belastet Mais

Getreide 09.12.2020: Die Stimmung am Getreidemarkt trübte sich am Dienstag spürbar ein, was auch die Weizenkontrakte zu spüren bekamen. An der Chicago Board of Trade (CBoT) verlor der März 7,50 Cent auf 570,00 Cent/bushel (172,71 €/t).

Übergeordnet belasten nach wie vor die zuletzt starken Prognosen aus Australien und Kanada die Kontrakte. Die bis vor kurzem kurstreibenden Sorgen über mögliche Versorgungsengpässe wurden dadurch in den Hintergrund gedrängt. Zusätzlichen Druck auf die Kontrakte übten die schwachen Vorgaben des Soja- und Maismarktes aus.

Einer Umfrage der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge, erwarten die Händler keine großartigen Änderungen im morgigen Wasde-Report. Demnach sollen die US-Endbestände weitestgehend unverändert bleiben. Die durchschnittliche Analystenschätzung liegt hier bei 876,5 Mio. bushel. Bei den globalen Endbeständen wird mit einer geringfügigen Kürzung um 800.000 t auf 321,3 Mio. t gerechnet.

In Paris legten die Weizenkontrakte am Dienstag marginal zu. Der März gewann an der Euronext 0,25 € auf 201,50 €/t.

Laut französischem Agrarministerium Agreste ist in diesem Jahr auf 6,6 Mio. ha Wintergetreide angebaut worden. Das ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr von 11%. Die Weizenfläche beträgt 4,7 Mio ha, ein Plusgegenüber dem Vorjahr von 12,4%. Die Maiseinfuhren in die EU haben gegenüber dem Vorjahr deutlich abgenommen. Mit 7,23 Mio. to wurden bisher in diesem Wirtschaftsjahr 23% weniger Mais eingeführt. An der Matif konnten die Weizenkurse das Vortagesniveau verteidigen. Nach anfänglichen Gewinnen gaben die Notierungen gegen Ende der Sitzung mit schwächeren Vorgaben aus den USA aber wieder nach.

Mais: Der sich fortsetzende Wetterumschwung in Südamerika belastete am Dienstag die Maiskontrakte. An der CBoT in Chicago verlor der Frontmonat März 4,25 Cent auf 419,75 Cent/bushel (136,59 €/t). Marktbeobachter machten vor allem die anhaltenden Niederschläge in Brasilien für den Abverkauf verantwortlich. Demnach erhalten in den kommenden Tagen weitere Gebiete dringend benötigte Niederschläge. Angesichts dieser Entwicklung kühlen sich nun die seit dem Herbst etwas heiß gelaufenen Kurse ab. Die ungewöhnlich starke Dürre in Südamerika führte in den vergangenen Monaten zu einer Rally, in der die Kontrakte ein Mehrjahreshoch nach dem anderen erreichten. Die nun einsetzende Korrekturphase dürfte Analysten zufolge solange andauern, bis sich die Anbausituation in Südamerika wieder grundlegend ändert.

Im Hinblick auf den bevorstehenden Wasde-Report erwarten die Analysten eine Reihe von Kürzungen. Demnach sollen die US-Endbestände um 11 Mio. bushel auf 1,691 Mrd. bushel reduziert werden, die globalen Endbestände um 2,7 Mio. t auf 288,7 Mio. t. Auch bei den Ernten in Südamerika soll der Rotstift angesetzt werden. So soll die brasilianische Maisproduktion um 1,1 Mio. t, die argentinische um 0,7 Mio. t reduziert werden.

Euro: Beim Euro dominierte am Dienstag weiter die Seitwärtsbewegung auf hohem Kursniveau, wobei unter dem Strich erneut ein leichtes Minus zu Buche stand. Im späten Handel in Frankfurt notierte er bei 1,2106 US-$. Die EZB setzte den Referenzkurz zuvor bei 1,2114 US-$ fest. Angesichts der zweiten Pandemie-Welle rechnen die Investoren damit, dass die EZB auf ihrer Sitzung am Donnerstag weitere Hilfsmaßnahmen zur Unterstützung der Wirtschaft bekanntgeben wird. Heute Morgen notiert der Euro bei 1,2130 US-$.

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