Getreide und Ölsaaten

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In Paris konnten die Weizenkurse am Freitag von der guten Stimmung profitieren und gingen mit leichten Gewinnen in das Wochenende. Die Aussaat des Wintergetreides hat oftmals unter sehr trockenen Bedingungen stattgefunden. An der Börse in Paris waren die Rapskurse erneut das schwächste Glied im Agrarkomplex und beendeten die letzte Handelswoche mit Verlusten. Die Sojakurse konnten sich nach den anfänglichen Verlusten am Freitag schnell erholen.

In Paris konnten die Weizenkurse am Freitag von der guten Stimmung profitieren und gingen mit leichten Gewinnen in das Wochenende. Die Aussaat des Wintergetreides hat oftmals unter sehr trockenen Bedingungen stattgefunden. Vor allem in Russland, sowie der Ukraine mussten die Böden teils stark leiden, sodass die Aussaat nur sehr schleppend vorankommt. Nach der Trockenheit im September behinderten starke Regenfälle im Oktober den Fortschritt und bereitete den Erzeugern immer wieder Probleme. In Deutschland und den nördlichen Ländern Europas verlief das Bestellen der Felder in den meisten Regionen ohne größere Komplikationen.
Nachdem die Getreidekurse an der CBoT in der letzten Woche teils kräftig nachgeben mussten ging es am Freitag mit bis zu zweistelligen Gewinnen in das Wochenende. Antrieb verlieh den Kursen die anhaltende Trockenheit, sowie der weiter anziehenden, globalen Nachfrage. Am Montag wendete sich das Blatt für die Futures. Überraschende Niederschläge in großen Teilen Russlands und im Mittleren Westen der USA setzte die Kurse deutlich unter Druck. Der Frontmonat Dezember notierte ein Verlust von 12,75 $ US-Cents auf 620,00 $ US-Cents und kostet damit umgerechnet 192,86 Euro je Tonne.

Bis zum 22. Oktober hat das USDA Weizenexporte in einem Umfang von 363.806 Tonnen bestätigt und die Vorjahresmenge um rund 4 % übersteigt. Die Winterweizenaussaat in den USA beläuft sich derweil auf 85 %. Im Vergleich zu dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre verläuft die Aussaat 5 % schneller, die Pflanzenbestände wurden mit 41 % als gut bis exzellent bewertet.

Die Maisexporte beliefen sich in der vorangegangenen Woche auf 636.290 Tonnen, damit wurde zwar die Vorwochenmenge unterschritten, aber im Vergleich zum Vorjahr liegt die Menge rund 63 % darüber. Die Maisernte ist zu 72 % eingefahren und deutlich schneller als der Durchschnitt der letzten fünf Jahre. In der Ukraine wurden bisher rund 52 % und ca. 2,8 Mio. Tonnen Mais geerntet.

An der Börse in Paris waren die Rapskurse erneut das schwächste Glied im Agrarkomplex und beendeten die letzte Handelswoche mit Verlusten. Mit Wochenbeginn setzten sich wieder die roten Vorzeichen durch, sodass die Kontrakte mit marginalen Verlusten den gestrigen Handel beendet haben. Aus dem neusten MARS-Report geht hervor, dass besonders in Frankreich die Rapsanbauflächen aufgrund der schwierigen Wetter- und Bodenverhältnisse rückläufig sein werden. In Deutschland hingegen haben die Niederschläge Anfang September die Wachstumsbedingungen für den Winterraps erheblich verbessert und die Bodenfeuchtigkeit erhöht.

In Chicago konnten sich die Sojakurse nach den anfänglichen Verlusten am Freitag schnell erholen und notierten auch zum Wochenende wieder Gewinne. Auch mit dem Wochenstart setzte die Ölfrucht ihren Aufwärtstrend weiter fort und beendete den Handel mit tiefgrünen Vorzeichen. Der Frontmonat verzeichnete ein Plus von 4,00 $ US-Cents und erreicht damit ein Vier-Jahres-Hoch. Gestützt wird der Sojakomplex von der immer noch globalen, hohen Nachfrage. Besonders China hat seine Importmengen im Rahmen des Phase 1-Abkommens deutlich gesteigert. Das USDA bestätigte gestern einen weiteren Exportverkauf über 120.700 Tonnen Soja. Experten halten aber auch hier eine Lieferung ins Reich der Mitte für sehr wahrscheinlich. Insgesamt beliefen sich die Exporte auf 2,66 Mio. Tonnen. Damit wird sowohl die Menge der Vorwoche (+ 15 %), als auch das Ergebnis aus dem Vorjahr (+ 69%) überschritten. Deutschlands Importe der Ölfrucht entwickelten sich zuletzt rückläufig. Besonders die Verwendung als Futtermittel hat nachgelassen, sodass auch im aktuellen WJ mit einer sinkenden Importmenge gerechnet wird.

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