Agrar-News der Raiffeisen Schwalm-Nette eG - 12.11.2025
12.11.2025Getreide: Weizenhändler sehen derzeit keinen Spielraum für steigende Preise. An der Euronext schmelzen die Gewinne der vergangenen drei Wochen weiter ab.
Weizen schloss an der Euronext am Dienstag zum vierten Mal in Folge schwächer. Der Frontmonat Dezember gab um 1,50 Euro auf 189,25 Euro je Tonne nach. An der CBoT legte Weizen leicht zu. Der Frontmonat Dezember verbuchte ein Tagesplus von 0,25 Cent auf 536 Cent je Bushel.
Am Weizenmarkt verstärkt sich wieder die pessimistische Stimmung. Neue Meldungen gab es zwar kaum. Das große weltweite Angebot und die guten Bedingungen für die Aussaat und die Entwicklung des Winterweizens auf der Nordhalbkugel rückten wieder stärker in den Blickpunkt der Händler.
Ukrainische Landwirte haben bis zum 11. November 6,2 Millionen Hektar Wintergetreide für die Ernte 2026 ausgesät, was etwa 95 Prozent der erwarteten Fläche entspricht, teilte das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Dabei zeichnet sich eine Ausweitung der Weizenfläche um 3,6 Prozent auf 5,43 Millionen Hektar ab.
In China hat wärmeres und trockeneres Wetter dazu beigetragen, die Aussaat von Winterweizen in den meisten Anbaugebieten Chinas zu beschleunigen, aber insgesamt liegt das Tempo immer noch hinter dem Vorjahresniveau zurück. Laut Daten des chinesischen Ministeriums für Landwirtschaft und ländliche Angelegenheiten war die Aussaat von Winterweizen in China am 10. November zu fast 70 Prozent abgeschlossen, was einem Anstieg von rund 40 Prozentpunkten gegenüber dem 3. November entspricht. Das Aussaattempo liegt weiterhin etwa zwei Wochen hinter den letzten Saisonen zurück, nachdem untypische Regenfälle von Ende September bis Mitte Oktober die Arbeiten verzögert hatten.
Die internationale Nachfrage hat sich leicht belebt, doch westeuropäischer Weizen profitiert dabei kaum. Jordanien kaufte in einer internationalen Ausschreibung 60.000 Tonne Weizen, der vermutlich aus der Schwarzmeerregion geliefert wird. Die algerische staatliche Getreideagentur OAIC soll am Dienstag in einer internationalen Ausschreibung Mahlweizen gekauft haben. Händler gehen davon aus, dass die Menge relativ klein war, da als Lieferorte nur zwei Häfen vorgesehen waren.
Die Weichweizenexporte aus der Europäischen Union seit Beginn der Saison 2025/26 im vergangenen Juli hatten bis zum 9. November 8,38 Millionen Tonnen erreicht, verglichen mit 8,03 Millionen Tonnen vor einer Woche und 8,71 Millionen Tonnen im Vorjahr, wie Daten der Europäischen Kommission am Dienstag zeigten. Für Deutschland weist die Bilanz eine Menge von 664.000 Tonnen aus.
