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Agrar-News der Raiffeisen Schwalm-Nette eG - 19.08.2026

19.08.2026
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Getreide: Rumänische Landwirte klagen über Vorrang für ukrainisches Getreide bei den Bahntransporten nach Constanta. Das verzögert eigene Lieferungen und stützt die Exportpreise am rumänischen Schwarzmeerhafen.

Der Euronext-Weizen legte gestern leicht zu, während die CBoT nachgab – ein uneinheitliches Bild beiderseits des Atlantiks. In Paris stieg der Dezember26-Kontrakt um 1,50 Euro bzw. 0,64 Prozent auf 235,75 Euro je Tonne, während in Chicago der Dezember26-Kontrakt um 8,00 US-Cent bzw. 1,16 Prozent auf 681,25 US-Cent je Bushel (216 Euro je Tonne) zurückfiel.

20 € je Tonne ist der europäische Preis teurer, also fast kein Exportgeschäft aus Europa!


Am Schwarzen Meer sorgte gestern eine andere Facette der angespannten Exportlogistik für Aufmerksamkeit: Rumänische Landwirte und Händler beklagten, dass ukrainisches Getreide bei der Bahnverladung Richtung Constanta bereits Vorrang erhalten habe. Sämtliche Zugkapazitäten aus dem Raum Siret und dem Nordosten des Landes seien für ukrainische Ware reserviert, sodass rumänische Lieferverträge kaum noch fristgerecht erfüllt werden könnten. Lkw-Transporte gelten dabei nicht als echte Alternative, da sie die Logistikkosten verdoppeln würden. Der rumänische Mahlweizen-Exportpreis (12 Prozent Protein) zog in der Woche zum 14. August um rund 6 US-Dollar je Tonne auf 260 US-Dollar je Tonne (224 €) FOB Constanta an, da Rumänien angesichts militärischer Einschränkungen bei anderen großen Schwarzmeer-Exporteuren als verlässliche Bezugsquelle gilt.


Moldau bekräftigte gestern seine Unterstützung für den ukrainischen Getreidetransit trotz Widerstands heimischer Landwirte. Präsidentin Maia Sandu stellte sich hinter die Regierungsentscheidung, vom 10. August bis 31. Dezember 2026 einen 50-prozentigen Rabatt auf die Bahntransittarife für ukrainische Fracht zu gewähren. Moldauische Agrarverbände fordern im Gegenzug Garantien, dass die Ware tatsächlich im Transit bleibt und den heimischen Markt nicht zusätzlich belastet.


In Zentralasien machten sich die Exportprobleme Russlands zunehmend als Preisdruck bemerkbar. Wegen der Eskalation am Schwarzen Meer und einem schwächeren Rubel drängt vermehrt günstiger russischer Weizen über Landrouten nach Kasachstan und in benachbarte Länder. In der Woche vom 10. bis 16. August fielen laut dem kasachischen Getreideverband die Preise über alle Weizenkategorien, auch die kasachischen Exportnotierungen gaben nach. Auch bei Gerste sanken die Preise in Kasachstan um 5.000 Tenge je Tonne, belastet durch reichliches russisches Angebot an den Iran und höhere Frachtkosten von Aktau zu iranischen Häfen (29 auf 35 US-Dollar je Tonne).


In den USA machte die Ernte weitere Fortschritte: Die Winterweizenernte lag zum Sonntag bei 96 Prozent, gegenüber 93 Prozent im Vorjahr und einem Fünfjahresschnitt von 94 Prozent. Die Sommerweizenernte kam auf 41 Prozent voran, ebenfalls schneller als der Fünfjahresschnitt von 34 Prozent. Die Zustandsbewertungen des Sommerweizens verbesserten sich um 1 Prozentpunkt auf 52 Prozent gut/sehr gut, was angesichts der laufenden Ernte preisstützend zu werten ist, wenngleich der Effekt am Markt begrenzt blieb.

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